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USA verbieten Kaspersky-Antiviren-Software wegen russischer Verbindungen

Unternehmen haben bis zum 29. September Zeit, eine Alternative zu finden
USA verbieten Kaspersky-Antiviren-Software wegen russischer Verbindungen

„Russland sammelt und weaponisiert persönliche Informationen von Amerikanern“

Das russische Softwareunternehmen wird in den Vereinigten Staaten nicht mehr in der Lage sein, seine Produkte zu verkaufen oder sogar zu aktualisieren. Diese Entscheidung fällt vor dem Hintergrund von Befürchtungen bezüglich russischer Cyberangriffe, berichte Deutsche Welle.

Das Weiße Haus gab bekannt, dass der Verkauf der russischen Kaspersky Lab Antivirus-Software in den USA verboten werden wird.

Verkehrsministerin Gina Raimondo erklärte, die Bindungen des Unternehmens an Moskau stellten ein Risiko für die große US-Kundenbasis dar.

„Russland hat gezeigt, dass es die Fähigkeit und… die Absicht hat, russische Unternehmen wie Kaspersky auszunutzen, um die persönlichen Informationen Amerikaner zu sammeln und zu weaponisieren, und deshalb sind wir gezwungen, heute die Maßnahmen zu ergreifen, die wir ergreifen“, sagte Raimondo vor Reportern.

Der Bann soll am 29. September in Kraft treten, was Unternehmen, die auf Kaspersky-Produkte angewiesen sind, ermöglicht, eine Alternative zu finden.

„Kaspersky wird im Allgemeinen nicht mehr in der Lage sein, unter anderem Aktivitäten auszuführen, seine Software innerhalb der Vereinigten Staaten zu verkaufen oder Updates für bereits verwendete Software bereitzustellen“, erklärte das US-Handelsministerium in einer Stellungnahme.

In der Zwischenzeit erklärte Kaspersky, seine Aktivitäten bedrohten die nationale Sicherheit der USA nicht und dass die Entscheidung der USA auf „dem gegenwärtigen geopolitischen Klima und theoretischen Bedenken“ basiere. Das Unternehmen kündigte an, rechtliche Optionen zu prüfen, um seine Betriebe zu erhalten.

Verbot nach Trump-Regeln

Kaspersky-Software wird in den USA weit verbreitet genutzt, unter anderem von kritischer Infrastruktur sowie von staatlichen und lokalen Regierungen.

Raimondo sagte, der Zugang, den die Antivirus-Software dem russischen Unternehmen und möglicherweise dem Kreml gewähre, könnte es ermöglichen, sensible Informationen zu stehlen oder Schadsoftware zu installieren.

Die Biden-Administration nutzte Vollmachten, die unter der Trump-Regierung geschaffen wurden, um effektiv einem US-Lieferanten eines Unternehmens den Verkauf ihres Produkts zu untersagen.

Der ehemalige Präsident Donald Trump hatte versucht, diese Befugnisse zu nutzen, um den Einsatz chinesischer Social-Media-Plattformen wie TikTok und WeChat zu verbieten, was ihm allerdings durch Bundesgerichte erschwert wurde.

Anti-Russische Firewall

Der Schritt folgt auf jahrelange zunehmende Bedenken hinsichtlich russischer Cyberangriffe und Manipulation.

Das US-Heimatschutzministerium hatte den Einsatz der Software für Bundesnetzwerke bereits im Jahr 2017 verboten, da das Unternehmen Verbindungen zu russischer Geheimdiensttätigkeit hatte.

Der Druck stieg weiter an, nachdem Russland im Jahr 2022 seine groß angelegte Invasion in der Ukraine gestartet hatte. Am Tag nach der Invasion begann die Biden-Administration Unternehmen zu warnen, dass Kaspersky-Software von Moskau manipuliert werden könnte.

Kaspersky, das die Vorwürfe, es kooperiere mit den russischen Behörden, bestreitet, gab in seinem Firmenprofil an, im Jahr 2022 einen Umsatz von 752 Mio. USD (€703 Mio.) erzielt zu haben.

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