Neu-Delhi, 19. Februar 2026. Globale Politiker und Leiter von Technologieunternehmen sind in Indien zum jährlichen globalen Gipfel für künstliche Intelligenz zusammengekommen. Das Hauptziel des Treffens ist der Versuch, einen einheitlichen Rahmen für die KI-Governance zu entwickeln, inmitten wachsender Unstimmigkeiten zwischen den Ländern, die beim letztjährigen Treffen in Paris deutlich zutage traten.
Hier sind die wichtigsten Aussagen und Ereignisse des Gipfels.
Emmanuel Macron: Schutz von Kindern und „souveräne KI“
Der französische Präsident nutzte die Plattform, um die unkontrollierte Entwicklung der Technologie scharf zu kritisieren.
- Sicherheit von Kindern: Macron forderte den Schutz Minderjähriger vor „digitalem Missbrauch“. Als negatives Beispiel nannte er Elon Musks Grok-Chatbot, der zur Erstellung von Deepfakes ohne Zustimmung der Opfer verwendet wurde.
- Big-Tech-Monopol: Er warnte davor, Technologie in den Händen eines engen Kreises von Unternehmen zu konzentrieren, und merkte an, dass „Tech-Giganten zu groß geworden sind“.
- Verteidigung der Regulierung: Macron antwortete Kritikern der europäischen Gesetzgebung: „Europa ist ein Raum für Innovation, aber ein sicherer Raum. Und sichere Räume gewinnen auf lange Sicht.“
- Gemeinsame Vision mit Indien: Die Staats- und Regierungschefs beider Länder einigten sich auf das Konzept der „souveränen KI“ – Technologien, die so gesteuert werden, dass sie den Planeten schützen und ein inklusives Wirtschaftswachstum fördern.
Narendra Modi: KI als Gemeingut
Der Gastgeber des Gipfels, Indiens Premierminister, wandte sich dem kulturellen Erbe zu und zitierte Buddha: „Richtiges Handeln entsteht aus richtigem Verständnis.“
- Humanismus: Modi betonte, dass KI zu einer „gemeinsamen Ressource zum Wohle der gesamten Menschheit“ werden müsse.
- Vertrauen: Ihm zufolge treten wir in eine Ära ein, in der Menschen und intelligente Systeme „gemeinsam schöpfen und sich gemeinsam entwickeln“. Der Erfolg dieser Verbindung sei nur möglich, wenn Technologie Hand in Hand mit menschlichem Vertrauen gehe.
Tech-Führer: Warnungen vor Risiken
Die Leiter führender KI-Labore sprachen über die Unausweichlichkeit des Wandels und die Notwendigkeit der Kontrolle.
- Sam Altman (OpenAI): Forderte eine „dringende“ Regulierung von KI und verglich sie mit anderen mächtigen Technologien der Vergangenheit. Altman erklärte, dass die Demokratisierung von KI der beste Weg für das Gedeihen der Menschheit sei, während die Zentralisierung der Macht in einem Unternehmen oder Land „zum Ruin führen“ könne.
- Dario Amodei (Anthropic): Beschrieb eine Zukunft, die in nur wenigen Jahren eintreten könnte, als die Entstehung eines „Landes der Genies in einem Rechenzentrum“ – eine Gruppe von KI-Agenten, die den Menschen in den meisten Aufgaben übertreffen. Er merkte an, dass Indien eine zentrale Rolle bei der Abwägung von Chancen (Heilung von Krankheiten) und Risiken (Arbeitsplatzverlust) spielt.
Skandal: Rede von Bill Gates abgesagt
Die Veranstaltung verlief nicht ohne Zwischenfälle. Der Microsoft-Mitbegründer Bill Gates sollte eine Grundsatzrede halten, sagte diese jedoch nur wenige Stunden vor Beginn ab.
- Offizieller Grund: Die Gates Foundation gab an, die Entscheidung sei nach „sorgfältiger Überlegung“ getroffen worden, um sicherzustellen, dass der Fokus auf den Prioritäten des Gipfels bleibt.
- Kontext: Die Absage erfolgte vor dem Hintergrund der Veröffentlichung neuer Dokumente durch das US-Justizministerium (im Januar 2026), die Details über Gates’ Verbindungen zum verstorbenen Jeffrey Epstein enthüllten.