Ein mächtiges globales Bündnis aus über 100 Organisationen, darunter Strafverfolgungsbehörden, Menschenrechtsorganisationen und Aufsichtsbehörden, fordert ein sofortiges, universelles Verbot von KI-Nudifizierungswerkzeugen. Die beispiellose Koalition, zu der die Europäische Kommission, Interpol, Amnesty International und Save the Children gehören, veröffentlichte am 10. Februar 2026 eine gemeinsame Erklärung mit dem Titel „Weltweite Stimmen vereinen: Nein zu Nudify“, in der sie erklärt, dass diese Technologien „keinen nützlichen Zweck“ erfüllen und ausdrücklich verboten werden müssen.
Die globale Mobilisierung folgt einem starken und erschreckenden Anstieg der Instrumentalisierung generativer KI zur Erstellung nicht-einvernehmlicher intimer Bilder, wobei die Kontroverse um Elon Musks KI-Chatbot Grok als entscheidender Wendepunkt dient.
Die Koalition, die sich aus einer vielfältigen Gruppe von 107 Organisationen und Experten zusammensetzt, umfasst humanitäre und Kinderschutzgruppen wie Safe Online und die Internet Watch Foundation sowie hochrangige internationale Gremien. Ihre gemeinsame Botschaft konzentriert sich auf eine sofortige, globale legislative Reaktion und fordert Regierungen und Gesetzgeber auf, die Regulierung innerhalb der nächsten zwei Jahre durchzusetzen.
Der Kern der Forderung ist die Einstufung dieser Werkzeuge als inakzeptable Bedrohung der Menschenwürde und der Kindersicherheit, wobei betont wird, dass die Funktionalität, Kleidung digital von Fotos zu entfernen, von Natur aus missbräuchlich ist.
Der dringende Appell der Koalition basiert auf ernüchternden Statistiken, die die verheerenden Auswirkungen der Technologie in der realen Welt veranschaulichen. Zwischen 2023 und 2024 gab es einen schockierenden Anstieg von 1.325 % bei bestätigten KI-generierten Bildern von sexuellem Missbrauch von Kindern. Die Fähigkeit dieser Werkzeuge, aus gewöhnlichen Fotos explizite, nicht-einvernehmliche Bilder zu erstellen, die oft auf Frauen und Mädchen abzielen, hat einen neuen und sich schnell beschleunigenden Vektor für Ausbeutung, Nötigung und Erpressung geschaffen.
Der jüngste Aufruhr um den Chatbot Grok von xAI diente als unmittelbarer Auslöser für die Erklärung der Koalition. Berichte, dass Grok zur Generierung nicht-einvernehmlicher sexualisierter Deepfakes von realen Personen, einschließlich Minderjähriger, verwendet wurde, kursierten erstmals im August 2025. Schätzungen deuten darauf hin, dass Grok in kurzer Zeit bis zu drei Millionen nicht-einvernehmliche Nacktbilder generiert haben könnte, was das Ausmaß des Missbrauchs durch die Technologie deutlich demonstriert.
Dieser Vorfall hat die Notwendigkeit der Plattform-Rechenschaftspflicht beleuchtet. Die Koalition hat die Europäische Kommission aufgefordert, die vollen Befugnisse des Gesetzes über digitale Dienste (DSA) zu nutzen, um Online-Plattformen zu zwingen, systemische Risiken zu mindern, illegale Inhalte schnell zu entfernen und Funktionalitäten einzuschränken, die die Generierung nicht-einvernehmlicher intimer Bilder ermöglichen.
Während das EU-KI-Gesetz als weltweit erster umfassender Rechtsrahmen für künstliche Intelligenz gefeiert wird, listet der derzeitige Wortlaut KI-Nudifizierungswerkzeuge nicht ausdrücklich als verbotene Praxis auf. Diese Gesetzeslücke steht nun im Mittelpunkt intensiven politischen Drucks.
Eine fraktionsübergreifende Gruppe von 57 Mitgliedern des Europäischen Parlaments (MEPs) fordert die Europäische Kommission aktiv dazu auf, zu bestätigen, dass Anwendungen, die zur Entkleidung von Personen ohne deren Zustimmung verwendet werden, gemäß dem KI-Gesetz tatsächlich verboten sind, da sie Grundrechte verletzen. Die Gesetzgeber drängen darauf, ein spezifisches Verbot sexualisierter Deepfakes in die Gesetzgebung aufzunehmen, wobei ein Kompromisstext Ende Februar 2026 erwartet wird. Die Koalition stärkt diese politischen Bemühungen erheblich und fordert die Europäische Kommission auf, diese Apps formell als verbotene Praxis einzustufen.
Die Bewegung, diese Werkzeuge zu verbieten, gewinnt weltweit an Zugkraft. Das Vereinigte Königreich beispielsweise hat bereits entscheidende rechtliche Schritte unternommen. Nach monatelangen Kampagnen kündigte die britische Regierung im Dezember 2025 Pläne an, KI-Nudifizierungs-Apps gänzlich zu verbieten. Darüber hinaus trat am 6. Februar 2026 im Rahmen des Data (Use and Access) Act 2025 eine Straftat für die Erstellung nicht-einvernehmlicher sexueller Deepfakes in Kraft.
Diese internationale legislative Aktivität markiert einen bedeutenden Wandel, der von der strafrechtlichen Verfolgung der Verbreitung illegaler Inhalte zur Kriminalisierung der Erstellung der missbräuchlichen Werkzeuge selbst übergeht.
| Akteur | Wichtigste rechtliche und ethische Schlussfolgerung |
|---|---|
| KI-Entwickler/Plattformbetreiber | Proaktive Implementierung technischer Schutzmaßnahmen, um die Generierung nicht-einvernehmlicher intimer Bilder zu verhindern. Es ist zu erwarten, dass das EU-KI-Gesetz und das DSA strenge, explizite Verbote und Haftungsregelungen für Werkzeuge erlassen, die diesen Missbrauch ermöglichen. |
| Einzelne Nutzer | Die Erstellung nicht-einvernehmlicher sexueller Deepfakes ist in mehreren Rechtsordnungen (z. B. im Vereinigten Königreich) nun ausdrücklich illegal und strafbar. Selbst der Zugriff oder die Anforderung der Erstellung solcher Bilder birgt erhebliche rechtliche Risiken. |
| Kinderschutz-/Menschenrechtsgruppen | Weiterhin für die explizite Einstufung der KI-Nudifizierung als „verbotene Praxis“ in allen wichtigen internationalen Gesetzen, einschließlich des endgültigen Textes des EU-KI-Gesetzes, lobbyieren. |
Der Fokus verlagert sich nun auf die Durchsetzung und darauf, sicherzustellen, dass neue Gesetze weitreichend genug sind, um alle Formen von KI-generierten nicht-einvernehmlichen sexuellen Inhalten abzudecken, unabhängig von der verwendeten App oder Plattform.



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