Die digitale Transformation ist kein futuristisches Ziel mehr für den öffentlichen Sektor; sie ist die aktuelle Grundlage für das Überleben. Während Regierungen durch eine Ära rasanter technologischer Veränderungen und steigender Erwartungen der Bürger navigieren, bietet die Veröffentlichung des Digital Government Index (DGI) 2025 und des Open, Useful and Re-usable Data Index (OURdata) eine kritische Bestandsaufnahme des globalen Fortschritts.
Diese Indizes decken den entscheidenden Zeitraum von Januar 2023 bis Dezember 2024 ab und zeigen auf, wie die weltweit führenden Verwaltungen über das bloße Online-Stellen von Formularen hinausgegangen sind, um integrierte, datengesteuerte Ökosysteme aufzubauen. Die Ergebnisse verdeutlichen eine klare Kluft zwischen Nationen, die Digitalisierung als peripheres IT-Thema behandeln, und jenen, die sie als Kernmotor der Regierungsführung begreifen.
Die DGI-Ergebnisse 2025 unterstreichen, dass eine erfolgreiche digitale Verwaltung auf mehr als nur Hochgeschwindigkeitsinternet basiert. Der Index misst den Fortschritt in sechs Schlüsseldimensionen: Digital by Design, datengesteuerter öffentlicher Sektor, Staat als Plattform, Open by Default, nutzergesteuert und Proaktivität.
Im Zeitraum 2023–2024 war die bedeutendste Bewegung in der Kategorie Proaktivität zu verzeichnen. Führende Regierungen entfernen sich von einer reaktiven Leistungserbringung – bei der ein Bürger eine Leistung beantragen muss – hin zu proaktiven Modellen, bei denen der Staat Bedürfnisse antizipiert. Wenn beispielsweise ein Kind geboren wird, löst das System automatisch die Zahlung des Familiengeldes und die Anmeldung in lokalen Gesundheitsregistern aus, ohne dass die Eltern ein einziges digitales Formular ausfüllen müssen. Dieser Wandel erfordert ein Maß an abteilungsübergreifendem Datenaustausch, das aufgrund technischer und rechtlicher Silos einst für unmöglich gehalten wurde.
Während der DGI die breite Infrastruktur betrachtet, konzentriert sich der OURdata-Index speziell auf das Lebenselixier des digitalen Zeitalters: Daten. In den Rankings für 2025 verschob sich der Fokus von der einfachen Datenverfügbarkeit hin zur Wiederverwendbarkeit.
Es reicht für eine Regierung nicht mehr aus, ein PDF ihres Haushalts zu veröffentlichen. Um in der aktuellen Landschaft eine hohe Punktzahl zu erreichen, müssen Daten maschinenlesbar, über APIs zugänglich und durch eine klare Governance unterstützt sein, die Innovationen durch Dritte fördert. Die Ergebnisse von 2025 zeigen, dass die leistungsstärksten Nationen diejenigen sind, die ein „Daten-Ökosystem“ gefördert haben, in dem Startups und Forscher öffentliche Daten nutzen, um Probleme der Stadtplanung zu lösen oder landwirtschaftliche Erträge zu verbessern. Der Index hebt hervor, dass die erfolgreichsten Strategien diejenigen sind, die Daten als öffentliche Infrastruktur behandeln, vergleichbar mit Straßen oder Elektrizität.
Der Datenerhebungszeitraum für diese Indizes (2023–2024) fiel mit der globalen Explosion der generativen KI zusammen. Dies hat die Metrik „Digital by Design“ grundlegend verändert. Wir beobachten, dass Regierungen Large Language Models (LLMs) integrieren, um durch komplexe Gesetzestexte zu navigieren und Bürgern sofortige, dialogorientierte Antworten auf Verwaltungsfragen zu geben.
Die DGI-Ergebnisse 2025 lassen jedoch auch mahnende Töne verlauten. Während KI die Effizienz steigern kann, bringt sie auch Risiken hinsichtlich Voreingenommenheit und Transparenz mit sich. Die Spitzenreiter im Index sind jene Nationen, die ihre ethischen Rahmenbedingungen und Datengovernance-Richtlinien im Laufe des Jahres 2024 aktualisiert haben, um sicherzustellen, dass automatisierte Entscheidungsfindungen gegenüber der Öffentlichkeit rechenschaftspflichtig bleiben.
Ein wiederkehrendes Thema in den Ergebnissen von 2025 ist das Konzept „Staat als Plattform“ (Government as a Platform, GaaP). Dieser Ansatz betrachtet den Staat als Anbieter gemeinsamer digitaler Bausteine – wie digitale Identität, sichere Zahlungen und Benachrichtigungssysteme –, die verschiedene Behörden nutzen können, um ihre eigenen Dienste aufzubauen.
Nationen, die in eine einheitliche digitale ID investiert haben, konnten einen sprunghaften Anstieg ihrer DGI-Werte verzeichnen. Wenn ein Bürger ein einziges sicheres Login verwenden kann, um auf Steuerunterlagen, Gesundheitsdaten und Geschäftsgenehmigungen zuzugreifen, verschwindet die Reibung der Verwaltung. Die Daten von 2025 deuten darauf hin, dass das „Plattform“-Modell der einzige nachhaltige Weg ist, um digitale Dienste zu skalieren, ohne eine fragmentierte, verwirrende Erfahrung für den Nutzer zu schaffen.
Für politische Entscheidungsträger und IT-Verantwortliche, die ihr Ranking in künftigen Indizes verbessern wollen, bieten die Ergebnisse von 2025 einen klaren Fahrplan. Erfolg hängt selten von der Größe des Budgets ab; es geht um die Kohärenz der Strategie.
Mit Blick auf den nächsten Bewertungszyklus dienen der DGI und der OURdata-Index 2025 als Erinnerung daran, dass die digitale Transformation eine Reise ist, kein Ziel. Die Nationen an der Spitze sind diejenigen, die digitale Werkzeuge nicht als Mittel zur Automatisierung der Vergangenheit sehen, sondern als Weg, die Zukunft des Gesellschaftsvertrags neu zu gestalten. Durch die Konzentration auf Offenheit, Wiederverwendbarkeit und menschenzentriertes Design können Regierungen das Vertrauen aufbauen, das notwendig ist, um in einer zunehmend komplexen digitalen Welt erfolgreich zu sein.
Quellen:



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